WENN DAS NICHT LIEBE IST

Wohin jetzt mit den Glöckerl?

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Veröffentlicht am 26. April 2024

Franz und Franziska Hintereder aus Geiselzellwied-Niedergschwendt haben es sich in der guten Stube gemütlich gemacht. In dicken selbstgestrickten Pullovern sitzen sie neben ihrem geschmückten Christbaum beim knisternden Feuer. Wie jedes Jahr feiern die beiden den Heiligen Abend in trauter Zweisamkeit. Mit beschwingter Weihnachtsmusik aus dem Radio und mehreren Gläsern Sekt haben sie sich in Festtagsstimmung gebracht.

Wir schalten uns in diese Szene ein als die beiden gerade dabei sind, ihre Geschenke auszupacken, mit denen sie sich gegenseitig ihre ewige Liebe beteuern.

„Vielen Dank, Franzl Schatzi! Das wär jetzt wirklich nicht nötig gwesen!“

„Doch, freilich! Du bist’s mir halt wert, Franziska!“

„Das is lieb von dir. Aber jetzt pack doch bitte auch endlich amal dei Gschenk aus.“

„Das is ja ganz schön groß.“

„I bin schon so gspannt, ob’s dir gfällt!“

„Da bin i mir jetzt schoo sicher! Du hast ja einen so ausserordentlich guten Gschmack!“

„Jetzt mach halt schon auf!“

„I z’reiss‘ s’Papier einfach, ja?“

„Freilich. Wart, i helf dir mit dem Deckl. Da muss man da und da drüben den kleinen Verschluss aufmachen.“

„Na, sag amal, ist es das was i denk …?“

„Woher soll denn i wissen was du denkst dass es is?“

„Du machst es ja ganz schön spannend.“

„Hihi i bin selber so aufgregt!“

„Ja … ja … mei Spatzl …. ja …. was hast du dir dabei bloß gedacht?“

„Is’s s’Richtige? I war mir nicht ganz sicher wegen dem Modell …“

„Ja, ja, es is super!“

„Ehrlich?“

„Ja … i bin ganz sprachlos …“

„Du weisst ja nicht, wie oft i in dem Gschäft zur Beratung war. I hab mich ja so lang nicht entscheiden können!“

„Und i hab davon gar nix mitkriegt!“

„Der Verkäufer war recht nett. Aber i glaub i hab ihn ganz schön gnervt!“

„Naja, aber das is ja auch bestimmt ganz schön teuer gwesen! Du sollst doch nicht so viel Geld für mi ausgebn.“

„Aaaa, Schatzi, für dich tu i das doch gern!“

„I nehm sie mal raus da, gell?“

„Wart, i helf dir. Die is schon nicht so leicht.“

„Schee. Wirklich schee. Und so zierlich! Also … also das is ja ein ganz ein hübsches Exemplar!“

„Meinst’d das im Ernst?“

„Mei voller Ernst.“

„I hab extra das bisserl teurigere Modell gnommen, schlank, aber mit am gscheidn Busn.“

„Ja, der Busn is super!“

„Es hätt auch noch größere ‚geben, aber die da warn im Angebot.“

„Der is perfekt. Größer muss er wirklich nicht sein. Schau mal, wie der absteht!“

„Jetzt mach doch amal die Schleiferl ab, dann kannst’d’s noch besser anschaun.“

„Also, das is nicht so leicht … der Knoten sitzt da unten direkt in der Brustfalte … kannst’d mal helfen und den Busn hochhebn?“

„So? Geht’s aso?“

„Hmm, das geht nicht. Hast du da so einen festen Knoten gmacht? I krieg den gar nicht auf.“

„Lass mi mal probiern.“

„Sonst hol i die Schere …“

„Gschafft! Du mit deine dicken Bratzn …“

„Für die Feinmotorik hab i ja dich!“

„Wenn du mich nicht hättst …“

„Die stehgand auch schön ab wenn die nicht abgbunden sind, de Busn. Schau. Und alles echt? Das is beeindrucknd.“

„Ja, die is noch ganz a junge. Ein bisserl drauf klopfn und mit der flaschen Hand schlagn, hat der Verkäufer gsagt, das is gut für d’Durchblutung wenn’s so lang abgbunden warn.“

„So?“

„Ja i glaub scho …“

„Die Brustwarzn auch?“

„Wenn’sd meinst …“

„Aha, da reagiert die schon drauf. Is das nicht zu fest so, oder? Naa das muss die schon aushaltn.“

„Also der Verkäufer hat gsagt, dass sie schon recht viel aushaltn kann. Und dass sie nicht so empfindlich is dass man da recht zimperlich sein müsst. Drauf gibt’s sogar a Garantie.“

„Ehrlich?“

„Ja. I hab d’Rechnung aufghobn. Aber umtauschen kemma’s bloß, wenn wir sie ohne Gebrauchsspurn zruckgebn.“

„Naaa, das passt schon. Die is fantastisch, mein Spatzl. Hast du sehr gut ausgsucht!“

„Freut mi so, dass sie dir gfällt!“

„Das tut sie.“

„Die Haarfarb is auch gut so?“

„Da hab i jetzt nu gar nicht so drauf gschaut … aber ja, i mag die Farb …“

„Typisch! Hauptsache a paar pralle Brüste, die Haarfarb is da egal!“

„Aber du liebst mi so wie i bin, mein Spatzl!“

„Natürlich, mein Schatzi!“

„Was hat die da um den Hals?“

„I denk, das is die Gebrauchsanleitung.“

„Schau ma mal. Hmmm, naa, das is nur der Quickstart Geid.“

„Oh ja stimmt. Der Verkäufer hat gsagt, die ausführliche Gebrauchsanleitung is auf einem USB-Stick. Der ist zusammen mit dem Schlüssel für die Handschellen in ihrer Muschi versteckt.“

„In der Muschi?“

„Hat er gsagt.“

„Gut, da schau i später nach. Der Quickstart Geid is ja auch schon amal gut.“

„Was steht denn da drin? I hab mir das noch gar nicht angschaut.“

„Gratulation zum Kauf … Haftungsaussschluss … Maßnahmen zur Problemlösung … Erste Inbetriebnahme …“

„Muss man da was Bestimmtes beachten? Der Verkäufer hat gmeint, die is schon ganz gut ausgebildet und gehorcht aufs Wort.“

„Ja, das steht da auch drin.“

„Sind das da die Basiskommandos?“

„Schaut so aus. Probier ma’s mal. Nadu!“

„Oh schau, die reagiert ja wirklich sofort.“

„Tiptoe!“

„Wie gut die balanciert!“

„Hübsche Haxn.“

„Zellulitis hat die keine. Da hab i extra drauf gschaut.“

„Nadu! Tiptoe! Nadu!“

„I seh schon, das is s’richtige Spielzeug für di!“

„Da is auch noch a Gutschein dabei … für a Tattoo und a Piercing …“

„Ach ja, der Verkäufer hat mich gfragt, ob i’s Gschenk personalisieren will. Aber dann hätte i’s nicht mehr umtauschn können.“

„Gut, das mach i dann nächste Woche.“

„Der Verkäufer hat auch gmeint, die meisten wollen die Brustwarzn piercen lassen, weil man da dann leichter was ranhängen kann. A Gwicht, oder Glöckerl oder so.“

„Glöckerl?“

„Was weiss i … und der Kitzler wird auch oft gepierct. Das tut halt recht weh, wenn man da was dran hängt!“

„Zum Anleinen wär das schon gut.“

„Stimmt, der Verkäufer hat mich sogar gfragt, ob i eine Leine will. Aber i hab ihm gsagt, das Zubehör besorgst du dir selber.“

„Zubehör is sonst nix dabei?“

„Nicht viel. Die Handschelln sind standardmäßig dabei. Und in der Kiste müsste noch a Peitsche sein und a paar Seile.“

„Da brauch i schon noch ein paar Sachen mehr.“

„Ja, freilich. Aber ich wollte jetzt auch nicht alles auf einmal kaufen. Und zum Geburtstag will i dir ja auch noch was schenkn!“

„Am besten machen wir in den nächsten Tagen mal a Liste.“

„Hast recht, a bisserl was hätt i dir schon noch dazu kaufen sollen. Wenigstens was zum Reinstecken, an Dildo oder so! Der Verkäufer hat mich noch drauf hingwiesen, und dann hab i’s doch vergessen. I Drudschal i!“

„Ja, was zum Reinsteckn wenn sie grad nicht benutzt wird, wär nicht schlecht gwesen. Aber jetzt denk dir nix. Da find i schon noch was.“

„Tut mir Leid, Schatzi …“

„Naaa, muss es nicht! Schau mal, die Sektflasche da tut’s ja auch. Die geht auch schön tief rein wenn i sie draufsetz und a bisserl drück.“

„Hm, ja scho …“

„Und a Karotte oder Banane kann i ihr ja auch in den Hals schieben. Da hat die genauso ihre Gaudi damit.“

„Du hast ja recht. Und Kerzn hamma auch gnug, auch ganz dicke.“

„Na wunderbar! Das reicht doch die Feiertag über. Und nächste Woch geh i dann einkaufn. Da gibt’s vielleicht auch nach Weihnachten noch a paar schöne Angebote. Vielleicht haben die so ein Set …“

„Schau mal auf die Internetseite von dem Gschäft. Da gibt’s a paar pdfs mit Anleitungen.“

„Wirklich?“

„Ja! Der Verkäufer hat’s mir noch gezeigt. So was wie ‚Erniedrigender Sport und schmerzhaftes Training,‘ ‚Foltern mit Küchenutensilien,‘ ‚Lust und Leid für den Heimwerker,‘ … da gibt’s jede Menge Infos.“

„Na i seh schon, da hab i die Weihnachtsfeiertag über ganz schön was zu tun!“

„Du, das mit dem Sport musst du schon ernst nehmen. Diese Dinger setzen so schnell Fett an. Im Nu sind da a paar unschöne Pölsterchen dran …“

„Da müssen wir schon drauf schaun, dass sie nicht so gwampert wird. Oje, das wird anstrengend. I und Sport … Hilfst du mir vielleicht dabei? Das wär super …“

„Gern, i kenn mi aus. I schau mir jeden Morgen Gymnastik auf’m Dritten an. Da soll die dann mitmachen.“

„Aber ob das reicht …“

„Und ich lass sie Zumba machen! Bis sie fix und fertig durchgenudelt ist. Das wird ein Spass.“

„Klingt gut! I kann sie dann auch noch a paar Mal das Treppenhaus rauf und runter scheuchn. Am besten mit dene besagten Glöckerl an den Nippeln, damit i’s hören kann, wenn sie stehen bleiben sollte.“

„Wunderbare Idee, Schatzi!“

„Und i kann sie mit gfesselte Füß rauf und runter hüpfen lassen. Weisst du, das trainiert die Beinmuskulatur, hab ich mal ghört, es fördert die Ausdauer … und schön anzuschaun is es auch noch.“

„Auf was für Ideen du kommst …“

„Ja, und dann natürlich das Positionstraining! Das is ganz wichtig, Spatzl. Zum Beispiel in der Brücken-Stellung wird die ein wunderbarer Fußschemel sein. Oder i kann meinen Maßkrug drauf stellen. Oh, und an Spagat muss i aa mit ihr üben. Zwischen zwei Stühle, weisst du, damit ma glei an richtig guten Zugriff hat!“

„Du bist ja schon a richtiger Experte! Ich hoff aber, dass du bei all den Spielchen auch noch a bisserl Zeit für mi hast!“

„Aber natürlich, Spatzl! Du weisst doch, du bist das Wichtigste in meinem Leben!“

„Das is so lieb von dir, Schatzi!“

„Hat die eigentlich auch noch was zum Anziehn?“

„Zum Anziehn? Wieso jetzt? Naa, hab i jetzt nix ‚kauft. Ich find, die braucht aa nix …“

„Hast eigentlich recht. I mein, aa wenn wir in’n Garten gehn, dann gehn wir bei den Temperaturen ja auch nicht so lang mit ihr raus. A bisserl Schnee hält die schon aus.“

„Ja, das muss die eigentlich schon aushaltn. Und i find, wir sollten die auch nicht verziehn. Des geht so schnell wenn man nicht aufpasst. Die gewöhnen sich dann ruckzuck an zu viel Komfort. Am End hamma dann so a gschnappade Britschn rumflackn. Das will ich nicht.“

„Naaa, das wolln wir nicht.“

„Und nochwas, Schatzi …“

„Was denn, Spatzl?“

„Wenn du die grad nicht brauchst, kann i die dann aa hin und wieder mal benutzen?“

„Aber freilich. Für was brauchst’s denn?“

„Naja, die kann sich ja schon im Haushalt aa a bisserl nützlich machen. Wenigstens putzen.“

„Aber natürlich, Spatzl! I möcht dass du sie auch genießt. Bloß für mi zum schnaggsln war die ja schon zu teuer. Lass di auch ruhig mal richtig schön von ihr lutschn, wann immer du grad Lust drauf hast.“

„Oh ja, das mach i gern.“

„Weisst’d was, heut machen wir uns einen gmütlichen Abend vor dem Fernseher. Dann können wir sie gleich amal ausprobiern.“

„Aber du zuerst! Die soll dir gleich mal so richtig schön einen blasen!“

„Ich hab ghört, dass diese Dirdln da unglaublich gut drin sein sollen. I bin eh schon ganz gamsig.“

„Das hat der Verkäufer in dem Gschäft auch gsagt. Aber er hat auch gmeint, dass wir ihr nichts durchgehen lassen sollen und sie immer gleich gnadenlos bestrafen sollen, wenn sie nicht gut genug is. Nur so kann das hohe Niveau gehalten werden.“

„Das klingt logisch. Ich bin echt mal gspannt, was meine Spezl dazu sagen werden.“

„Die sind sicher richtig neidisch.“

„Bestimmt. Keiner von denen hat so eine liebe Frau wie i!“

„Du Charmeur!“

„I sag nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Der Herrgott ist mein Zeuge!“

„Schon gut. Vielleicht sollten deine Spezl alle Silvester bei uns feiern? Dann kannst du ihnen dein neues Spielzeug gleich ausgiebig vorführen.“

„Ja, da fallen uns bestimmt a paar schöne Spiele ein. Bleigießen zum Beispiel, ohne Wasser. Haha, und stell dir vor, wenn wir Fondue essen, was man da mit diesen langen Gabeln alles anstellen kann!“

„Ich seh euch Kindsköpf schon vor mir. In den Popo stechen und schaun, wie man damit ihren Busn am schönsten zum Springen bringen kann!“

„Du lachst, aber das sind hochwissenschaftliche Experimente!“

„I wusst immer schon, dass i einen zweiten Einstein gheirat‘ hab.“

„Und i hab die liebevollste und hübscheste Frau des Universums gheiratet!“

„Ich liebe dich!“

„Ich liebe dich auch! So, und jetzt muss i mal diese Gebrauchsanleitung suchen …“

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