UNVERHOFFT KOMMT GUT

Annette beschert Klaus ein Liebesabenteuer mit Überraschung.

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Veröffentlicht am 13. Juni 2021

I

Annette hat ihren Namen von Kindern der 68er Jahre bekommen, die damit einen Kontrapunkt zur deutschen Prüderie setzten. In Annette hat sich der Spagat ihrer Eltern zwischen Bürgerlichkeit und Libertinismus manifestiert.

Sie drehte ihre blonden Locken zwischen den schlanken Fingern ihrer Hand, während sie Klaus neckisch anfunkelte: „Na, wie ist das denn mit ihrem Liebesleben, Herr Doktor?“

Viel wußte sie noch nicht von Klaus, außer dass er Doktor der Biologie und in einem Labor eines Pharmaunternehmens angestellt seit. Dass er dort einen weißen Kittel trage, aber darüber hinaus keine Schutzkleidung, da er nicht im hochsterilen Bereich eingesetzt werde. Er führe biochemische Testverfahren von Tiermedikamenten durch, die sich in der Pipeline ….

Das war schon mehr als genug.

„Und was macht der Herr Doktor so in seiner Freizeit?“

Sie hatte Klaus im Datingportal unter den vielen Nebenbuhlern wegen seiner breiten Schultern und den blauen Augen ausgewählt, mit irgendwas musste sie ja anfangen. Warum sollte sie sich nicht mit ihm amüsieren? Sie hatte keinerlei Veranlassung das hier zu ernst zu nehmen, denn virtuell standen bereits eine ganze Reihe Männer Schlange, die gern den Platz gegenüber der klassischen Schönheit eingenommen hätten. Unter Mangel hatte sie in ihrem Leben noch nie gelitten, nicht nur in Bezug auf Männer.

Nur mit einem Ohr hörte sie Klaus‘ Antwort zu, während sie insgeheim überlegte, was diesen Mann im Innersten bewegte.

Klaus berichtete, dass er Kajak fahre.

Daher also die breiten Schultern, dachte sie. Sie stellte ihn sich im Sommer mit nassen Haaren und feuchtem Gesicht und funkelnd-blauen Augen am Strand eines Wildwasserflusses vor. Das hatte was.

Klaus erzählte von seinen großen Touren mit Freunden durch die französischen Alpen. Kajakfahren fordere den ganzen Menschen. Man müsse Koordination, Gleichgewicht, Kraft, Ausdauer und geistige Stärke einsetzen.

„Unter deinem Hintern ist nur eine zwei Millimeter dünne Bootshaut! Du spürst jede Welle, jede Strömung mit deinem Becken und lenkst das Boot aus dem Hara heraus. Und dann, manchmal, wirst du eins mit dem Strom … und bist das Wasser, du bist die Stromschnelle – nicht mehr der Mensch, der ein Boot lenkt. Das ist der totale Flow!“

Er hatte sich in einen Begeisterungssturm hineingeredet, Kajak war ganz offenbar mehr seine Leidenschaft als Labortätigkeit. Annette versank in seinen feuchten blauen Augen – so mussten sie am Strand aussehen, wenn er von diesem Trip an Land ging.

Daher kam es also, dass sie ihn beim ersten Date zu seinem Liebesleben fragte und dass er ihr mit seinem Daumen die Schokolade von der Lippe wischte.

„Und wie steht es mit deinem Liebesleben?“, erwiderte er. Aber er scherte sich nicht um eine Antwort sondern griff ihr in die Haare und küsste sie.

Im Nachhinein fragte er sich manchmal, wie sie den Satz wohl beantwortet hätte.

II

Bald schon trafen sie sich auf ein Eis wieder. Er wollte sie zur Begrüßung auf den Mund küssen, sie aber hielt ihm die Wange hin. Klaus fand sie atemberaubend schön. In ihrem Frühlingskleid stand sie in voller Pracht. Das gegenseitige unsichere Abtasten des ersten Treffens war Vergangenheit und sie konnte sich mit Klaus einfach fallen lassen. Sie ließ ihn beim Eisladen vorausgehen und betrachtete unverhohlen seine Silhouette von hinten.

„Ich hab schon ein Cornetto“, ulkte sie, als er ihr das Eisstanitzel hinhielt.

Der Nachmittag verflog mit der Leichtigkeit eines Sommerkleides im Wind und je länger er dauerte desto unbeschwerter fühlten sie sich. Sein schwerer Arm auf ihrer Schulter gehörte dort einfach hin und sie schien es sogar zu lieben, dass er nicht allzu gesprächig war.

Also lud sie ihn abends ein noch mit hoch zu kommen. Er folgte ihr durch das renovierte Gründerzeitstiegenhaus in eine Altbauwohnung am Park. Er lehnte am Balkongeländer und überblickte das Grün, hörte auf die Stille und sog die laue Luft durch die Nase. Er war glücklich. Endlich glücklich.

„Hier, mein Kanute,“ flunkerte sie und reichte ihm eine Bierflasche. Sie schmiegte sich sanft an ihn und blickte mit ihm über den Park.

„Nicht mehr Herr Doktor?“, mokierte er sich.

„Du bist viel mehr Kanute als Doktor.“

Sie blickten sich an. Annette hatte das Gefühl als kennten sie sich schon ewig. Es war ein irrationaler C*cktail aus widersprüchlichen, berauschenden Gefühlen. Sie nahm seine Hand und legte ihr Gesicht hinein. Er zog sie zu sich und in dem Kuss verschmolzen ihre Seelen.

III

„Warum machst du so ein Geheimnis daraus, wo wir heute hingehen?“ bedrängte Klaus sie abermals.

Sie wollte mit ihm den Freitag Abend verbringen, ließ sich aber nicht entlocken, was sie vorhatte.

Sie wand sich wie ein kleines Mädchen an seiner Hand: „Du wirst schon sehen…“.

Sie kamen an ein Lokal in einer Seitengasse und drückten sich durch den niedrigen Eingang ein paar Stufen hinunter, um sich in stickiger Atmosphäre wiederzufinden. Er war irritiert, das schien so gar nicht ihre Kragenweite zu sein. Sie aber nahm ihn an der Hand und durchkreuzte zielstrebig den vorderen Raum. Im Hinterzimmer saß eine Gruppe von etwa zwanzig Personen um einen Tisch herum.

„Hallo. Abend.“ begrüßte sie die Anwesenden. Alle grüßten uns, viele lächelten sie freudestrahlend an: „Hallo, Annette!“

„Lange nicht gesehen“, sprach sie eine Frau aus der Runde an. Sie trug ein schwarzes, enges Kleid. Klaus fiel das glänzende Material auf, das er aber im düsteren Licht nicht näher zuordnen konnte. Und er sah, dass es verdammt kurz war, so kurz, dass unter dem Saum das Spitzenband der Strümpfe hervorlugte.

„Das ist Klaus“, erklärte Annette und grinste verschmitzt.

„Hallo, Klaus“, raunte die Menge.

„Sehr schön“, setzte die Dame in Schwarz hinzu und musterte ihn unverhohlen.

„Na, da hast du dir aber ein stattliches Exemplar geangelt“, kommentierte sie ohne den Blick von ihm abzuwenden. „Borgst du den auch mal aus?“

„Nein, der gehört alleine mir.“

„Wie schade…“, dabei zog sie das letzte Wort in die Länge. „Nun denn, jetzt bin ich aber inspiriert, wollen wir nicht langsam zur Sache gehen?“, rief sie in die Gruppe und trommelte mit den Fingerspitzen auf den schmuddeligen Holztisch.

Mit einem Mal erhoben sich alle und trotteten in einen weiteres Hinterzimmer. Alles blieb unberührt stehen, nicht ein Glas wurde mitgenommen, selbst die Wertsachen blieben liegen, wunderte sich Klaus.

Annette rutschte auf die Bank, sodass ein Platz für ihn neben ihr blieb und schob das halbvolle Bierglas von sich.

„Wer sind diese Leute?“, brannte es Klaus auf der Zunge.

Annette legte ihre Hände auf seine und lehnte sich zu ihm.

„Ich habe dir doch schon mal gesagt, dass ich auf BDSM stehe …“

„Fesseln und so…?“, fiel Klaus ungeduldig dazwischen.

„So in etwa, … auch Rollenspiele … das Gefühl von Macht und Unterwerfung erleben.“

„Ja, ich erinnere mich, dass du das probieren wolltest …“

„Ich will dir das zeigen. Ich will, dass du erlebst, was ich dabei erlebe. Ich hoffe, dass du erlebst, was ich erlebe.“ Kurz blickte sie flehentlich, ehe sie sich wieder gefasst hatte.

„Lass dich von mir führen und erfahre, was ich erfahre. Danach reden wir darüber.“

„Und was heißt das? Was hat das mit denen zu tun?“ Klaus machte eine ausladende Handbewegung, die die Abwesenden implizierte.

„Princess Rene hat hier das Sagen …“

„… das habe ich gemerkt“, erwiderte seine prüde Seite süffisant.

„… und heute ist Newbie-Abend“, fuhr Annette fort, „da habe ich mir gedacht, das ist unsere Chance!“ Sie strahlte ihn mit ihrem ganzen Charme an, aber er kannte sie mittlerweile lange genug, um auch ihre Unsicherheit dahinter zu spüren.

„Ok, lass es uns machen, was immer auch auf mich zukommt. Wenn das Ganze nur entfernt mit Sex mit dir zu tun hat bin ich dabei!“ munterte er sie auf.

Sie warf die Arme um ihn und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen. Dann zögerte sie.

„Eine Sache ist da noch, die musst du wissen. Es ist Princess Renes Territorium. Du wirst ihr also gehorchen müssen. Sie ist kein Unmensch und ich werde schon auf dich aufpassen, aber ich glaube du gefällst ihr.“

Mit diesen Worten schwang sie sich auf und zog Klaus an der Hand in die nächste Phase ihrer Beziehung.

IV


So kam es, dass Klaus sich in einer Situation wiederfand, die er – hätte sie ihm jemand vorab geweissagt – als kranke Spinnerei abgetan hätte. Und er hätte erwidert: „Vorausgesetzt deine Annahme wäre nicht komplette Spinnerei … nur mal angenommen … was in aller Welt sollte mich dazu motivieren mich auf sowas einzulassen?“ So dachte der nüchterne Akademiker.

Dabei war das, im Gegenteil, sehr leicht vorzustellen, wie er am eigenen Leib erfahren würde. Verliebtheit reicht schon aus, um sich vor versammelter Menge aufknüpfen zu lassen. Annettes Lippen an seinem Ohr, während sie das Seil hinter seinem Rücken um seine Handgelenke schlang. Ein Kuss und ein „Es ist wie Kajak fahren, lass dich einfach mitreissen“ ließ ihn in die Fesseln sinken und sein Gewicht von dem Haken oberhalb seines Kopfes übernehmen. Mit einem Mal wurde er gewahr, dass es nicht allein die Tragfähigkeit der Seile war, die ihn hielt, es war die Atmosphäre im Raum. Die gespannte Aufmerksamkeit der anderen schien all das gutzuheißen und mitzutragen.

Denn als er eingangs feststellen musste, dass die versammelte Gruppe sich in dem Raum befand und sämtliche Gespräche verstummten als Annette und er eintraten, fühlte er sich so unwohl, dass er am liebsten am Absatz kehrt gemacht hätte. Wäre da nicht Annettes führende Hand und ihre ruhige Selbstsicherheit gewesen. Sein Unwohlsein steigerte sich noch, als Annette ihm ihre Pläne eröffnete.

Jetzt aber war die anfängliche Peinlichkeit wie weggeb*asen. Im Gegenteil, eine eigenartige Ruhe und Geborgenheit ergriff von ihm Besitz.

„Ja, das ist gut, nicht wahr?“ Annettes Gesicht war so dicht vor ihm, dass sich ihre Nasenspitzen berührten.

„Und das ist auch gut …“, flüsterte sie und schob ihre Hand in seine Hose.

Noch nie hatten ihm bei Intimitäten andere zugesehen. Es war peinlich und aufregend zugleich. Dieser C*cktail aus widersprüchlichen Gefühlen war neu für ihn und stieg ihm direkt zu Kopf.

„Genieße es und lass dich von mir führen“, hauchte sie mit ihren Lippen an den seinen. Er atmete die warme Luft ihres Atems, roch den Duft ihrer Haut, blickte in ihre Augen, die ganz bei ihm waren.

Es gab nur noch sie beide und diese aussergewöhnliche Verführung, diesen Rausch an verwirrenden Empfindungen, dieses erste Mal mit Annette, dieser atemberaubenden Schönheit. Schwer atmend lehnte er sich an ihren Hals, suchte den Kontakt gegen den Zug der Seile, die ihn zurückhalten wollten. Er spürte das Ziehen in seinen Muskeln und Gelenken und das Ziehen im Unterleib. Er wollte es, wollte es unbedingt, sie dürfe nur jetzt nicht aufhören, nicht weggehen, keinen Millimeter, nicht einen Deut, auf gar keinen Fall, denn er musste es haben, es auskosten, den ganzen C*cktail leeren bis zum letzten Tropfen, denn nie hatte er etwas Einmaligeres erlebt!

Als es ihm kam, verlor er die Contenance. Als wäre er weggetreten. Wären die Seile nicht gewesen, wäre er umgekippt. Er hatte keine Kontrolle mehr über seine Muskeln, sein Körper fieberte mit jeder Faser der Erlösung entgegen als gäbe es kein Morgen. Bewegungsunfähig und ausgeliefert zu sein, es unbedingt zu wollen aber nichts kontrollieren zu können erzeugte in ihm ein ungeahnt heftiges Verlangen.

Sie hielt ihn danach noch länger umschlungen und drückte ihm einen langen Kuss auf seine bebenden Lippen. Sie blickte ihn an und grinste.

„Es macht mich sehr glücklich, dass es dir gefallen hat.“

Unvermutet kam von der Seite ein einzelner, handschuhgedämpfter Applaus. „Das war eine wirklich beeindruckende Vorführung, Schätzchen“, lobte Princess Rene, während sie sich aus der Gruppe löste und auf das Paar zukam.

„War das dein erstes Mal?“, richtete sie sich an Klaus.

Klaus hing erschöpft in den Seilen und drehte den Kopf, um sie anzusehen.

Sein Gesicht war gerötet und verschwitzt, die Haare hingen ihm strubbelig in die Stirn und die blauen Augen leuchteten matt. Annette sah den Klaus ihrer Phantasie vor sich.

„Ja…“. Es kam langgezogen von irgendwo tief drinnen.

„Na, ihr zwei Turteltäubchen seid ein hübsches Pärchen!“

Annette strahlte über das ganze Gesicht und sagte:

„Danke, Mama!“

„Danke, wer?!“ Klaus stutzte und meinte, sich verhört zu haben.

„Darf ich vorstellen“, Annette bedeutete die Personen überspitzt förmlich mit der Hand: „Meine Mutter, die Besitzerin des Etablissements. Klaus, mein neuer Freund.“

Klaus wusste nicht, was er sagen sollte. „Das hast du mir nicht vorher sagen können?!“, brabbelte er ungläubig.

„Dann wärst du nie mitgekommen! Jetzt siehst du, dass meine Mutter sehr aufgeschlossen ist.“

„Das sehe ich allerdings“, konterte er zynisch. Langsam fand er seine Fassung wieder: „Leider kann ich Ihnen nicht die Hand geben.“

Ihre Mutter lachte: „Aber ich kann dich aus deiner misslichen Lage befreien… Und du kannst gerne Du sagen, nachdem wir jetzt schon so intim waren.“ Sie grinste und zwinkerte ihm zu.

„Ich sehe schon, ihr werdet viel Spaß miteinander haben. Wenn ihr mal wieder was Aussergewöhnliches erleben wollt, kommt einfach vorbei.“

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Diese BDSM Geschichte wurde von surenda veröffentlicht.

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