ICH NANNTE IHN MEINEN HERRN

Die erste Begegnung.

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Veröffentlicht am 11. Februar 2022

Ich nannte ihn Herr so zwangsläufig und selbstverständlich, wie der Weg war, der dahin führte. Ein Weg an seiner Hand, unter seinem prüfenden Blick.

Ich schwamm in einem Meer von Emotionen, getrieben, getragen und losgelöst. Er war der Felsen in diesem Meer, an dem ich mich brach, der mich hielt und mein Zufluchtsort wurde.

Mein zu Hause nannte ich es mal, auch wenn nichts daran heimisch war.

Das Verborgene, das Wahre zeigt sich, wenn man dahinter sieht. Hinter allen Fassaden liegt ein Ort, der unbetretbar scheint. Ein Schloss hinter unzähligen Toren, erreichbar über halbverfallene Brücken. Gut bewacht von allen Dämonen meiner inneren Welt.

Diesen Ort hat er erreicht. Einen jungfräulichen Ort, denn nicht mal ich hatte bisher gewagt ihn außerhalb meiner Traumwelt zu betreten.

Wen wundert es also, dass ich ihn meinen Herrn nannte.

Herbst war es und kalt. Regen spülte nicht meine Verzweiflung fort, wohl aber meine Verblendungen. Ob ich wollte oder nicht (und glaubt mir, Letzteres war eher der Fall), ich musste mein eigenes Wissen anerkennen. Eine bittere, aber klare Erkenntnis, die die Sub in mir unaufhaltbar zur Ader ließ.

Es war vorbei. Egal in welche Richtung ich mich wenden würde, der Weg wird ein Weg von ihm fort sein.

Der Mann, den ich meinen Herrn nannte, war ein Fremder. Trotz all der unglaublichen intensiven Begegnungen war es mir nicht gelungen, ihm nah zu kommen.

Seine Seele blieb mir fern.

In jenen Herbsttagen, als ich beschloss mich von dem Mann zu lösen – der mich nie binden wollte und doch zu fesseln verstand– begann ich zu schreiben. Nicht gegen das Vergessen, sondern gegen den Schmerz, in dem ich mich ihm ein letztes Mal hingab.

Schmerz, der nicht nur den Verlust betrauerte, sondern vielmehr selbst verloren ging in den Stürmen meines Inneren.

Festhalten wollte ich, was nicht nur als verloren erschien, sondern darüber hinaus nie wirklich existiert zu haben schien.

Es war ein Spiel. Eine andere Realität, völlig anders als meine täglichen Wirklichkeiten.

Er war der Spieler. Und ich? Ich liebte sein Spiel und untrennbar damit auch ihn, oder den, für den ich ihn halten wollte.

Ohne ihn — das war nicht nur unerträglich. Ich fühlte mich wie amputiert.

Nicht von ihm, der nie Teil von mir war. Nein, vielmehr abgeschnitten von meiner Sehnsucht, meinem Verlangen, meiner Gier — deren Schlüssel er längst in der Hand hielt, zielsicher in mich eingefallen war, um mich gründlich zu verwüsten, auf den Kopf zu stellen, aus der Fassung zu bringen … zu zerlegen und enttarnen.

Von all dem wusste ich nichts in diesem Frühling, als eine verhängnisvolle Kontaktanzeige mir jenen Kontakt bescherte, der all das vermochte und verstand.

Wieder einmal mehr war mein Leben in eine Art Sackgasse geraten. Alles darin trug meine Handschrift, war das Ergebnis meines Handelns, meiner Passivität. Mitten im Leben sozusagen stellte ich fest, dass egal was ich tat oder auch nicht, etwas Wesentliches zu fehlen scheint.

Ich war nie wirklich einsam und doch fühlte ich mich so.

Ich war nie wirklich im Stillstand und doch fühlte ich mich getrieben.

Ich war auch nie ängstlich und doch wusste ich, dass die Angst in mir wohnt.

Eine Angst, die mich lähmte und gleichzeitig doch meine größte Triebkraft war. Die Angst mich zu verlieren, aus den Augen zu verlieren, wer unter all diesen Funktionalitäten, Lebenslügen und Selbsterhaltungstrieben tatsächlich wohnt.

Da wohne ich. Und ich bin eine submissive, aus tiefster Seele devote Frau mit einer starken, undefinierbaren Sehnsucht, die mich nicht zur Ruhe kommen ließ.

Lange Zeit konnte ich dem keinen Namen geben. Ich wusste nur immer, irgendetwas ist anders an mir. Meine Art zu lieben schien eine andere Art zu sein, als jene die ich bei anderen Frauen beobachtete. Ich war irgendwie so …grenzenlos. Ich hatte mehr Männer in meinem Leben als andere Frauen Schuhe besaßen. Mit 37 Jahren hatte ich mehr Erfahrungen, als in ein Leben passen sollte.

Sicher ein Zeichen der Getriebenheit, der haltlosen Suche ohne zu wissen wonach. Und doch blieb ich unschuldig im Sinne der Unberührtheit dabei. Meine Seele hat niemand wirklich erreicht. Selbst die nicht, denen ich sie vor die Füße legte.

Ich hatte es satt umher zu irren und den Phantasien davon zu laufen, die mir so bizarr erschienen, das ich sie nur selten in einsamen, von heftigen Orgasmen geschüttelten Momenten an meine Oberfläche ließ, um sie gleich darauf wieder gut gesichert einzuschließen.

Ich dachte nicht an Emanzipation, nicht an die Moral und an die Furcht davor pervers zu sein — Nein, was mich zögern ließ, war meine Ahnung, welch explosive Kraft für mich hinter all dem stecken könnte, wenn ich es wagen würde, den Deckel anzuheben.

Ich tat den ersten Schritt.

Ich schaltete eine Anzeige.

Er tat den Zweiten.

Er antwortete.

Sehr banal, nahezu einfallslos und gewöhnlich. Kein ausgemachter Zufall stattdessen formulierte Absichtserklärung.

Aber die zumindest schienen sich ähnlich zu sein.

Und dann saß ich da, in diesem Herbst, mit diesem Halsband.

Da saß ich nun mit meinem Wissen, mit meinen Erfahrungen und mit meinem Schmerz.

Einen Schmerz, dessen Intensität ich immer erahnt habe. Mit Spuren an meiner Seele, die sich tiefer eingebrannt haben als jeder körperlicher Schmerz es vermocht hätte. Ich wollte fliehen und konnte es doch nicht. Dieses Tier in mir ließ sich nicht mehr einsperren, nicht mehr an die Leine legen. Es war nun frei, es kannte einen Ort, wo es leben konnte.

Von diesem Platz wurde es verbannt. Es wurde verbannt von dem, den ich meinen Herrn nannte.

Das hier zu schreiben, schien die einzige Möglichkeit zu sein, nicht verrückt zu werden, den freien Fall aufzuhalten.

Ich klammerte mich an die Tastatur als wären es Stricke, die mich zu halten vermochten. Einmal noch, nur einmal noch — und gleichzeitig war jedes Wort der verzweifelte Versuch, der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen zu müssen.

Im Dreck zu kriechen scheint weniger schlimm als Dreck zu sein. Die Grenzen sind fließend.

Denn du HERR fängst mich nicht.

Du hast mich fallen lassen.

Komm her und sieh dir an, wohin die Nacht sich neigt.

Ich trage noch immer das Halsband, das du mir gegeben hast.

Komm her und sieh ihn dir an, meinen Weg, auf dem du mich begleitet hast.

Auch wenn ich immer nur wünschte, du wärest ihn mit mir gegangen.

Ein unbeschriebenes Blatt hast du mich genannt.

Nun sieh dir an, womit du es beschrieben hast.

Jedes Zeichen auf meiner Haut trug deine Handschrift. Du wolltest, dass sich das einbrennt.

Das hat es. Tiefer als du ertragen kannst.

Die erste Begegnung

Ich erinnere mich an meine ungeheure Anspannung, innerlich war ich in einem Zustand der Höchstspannung in diesen Tagen kurz vor dem Samstag, an dem ich ihm zum ersten Mal begegnen sollte.

Wie ein unruhiges Tier im Käfig warfen sich Gedanken, Gefühle hin und her.

Unzählige Mails waren in den letzten drei Wochen hin und her gegangen.

Nächtelange Telefonate ließen mein reales Schlafpensum auf drei Stunden am Tag schrumpfen.

Mein Adrenalinspiegel ließ mich die Müdigkeit vergessen.

Ich war wach.

Es war, als bräuchte ich nie wieder zu schlafen.

Ich brannte, war fasziniert von diesem Spiel, das er begonnen hatte in jenem Moment, als ich anfing sein Interesse zu erregen. Also nach ungefähr fünf Minuten. Ich brauchte noch weniger lang.

Hunger, Hunger, schrecklicher Hunger und die Ahnung, dass eine bitter — süße Mahlzeit auf mich warten könnte. Mehr brauchte es nicht.

Samstagmorgen — ich wusste, er ist bereits in meiner Stadt. Als ich die Augen aufschlug, fühlte ich einen süßen Krampf in meinem Magen. Wie von einer inneren Faust zusammengedrückt, erwachte er mit mir zusammen in meinem Bauch.

Es ist so weit. Der Tag beginnt.

Der Anfang eines neuen Tages, der gleichzeitig der Beginn einer neuen Zeitordnung meines Lebens werden sollte. Von da an ordnete ich alles in ein System davor oder danach ein.

Zunächst war alles wie immer. Ich kümmerte mich um die Kinder, deren Unterbringung ich bereits geregelt hatte. Gegen Mittag verabschiedete ich mich von ihnen, vielleicht ein wenig intensiver als sonst. Fröhlich verließen sie die Wohnung, ihre lauten Stimmen mit ihnen, ihr Lachen und damit ein Teil meiner Welt, aus der ich ausstieg, als hinter ihnen die Tür zufiel.

Allein.

Oh, ich hatte noch so viel zu tun. In hektischer Geschäftigkeit sprang ich unter die Dusche, laut Musik hörend.

Ebenso laut sang ich mit, von einer seltsamen Erregung gepackt, eine spürbare Energie, die in meine Poren fuhr und die Augen zum Leuchten brachte, während ich diese schminkte.

Mit akribischer Sorgfältigkeit bereitete ich mich vor, als hinge mein Leben von ab, wie ich aussehen würde. Leise belächelte ich mich, während ich die Strümpfe zurechtrückte, die Stiefel schnürte, denn mehr als dieses und meine Haut würde ich nicht tragen, wenn er mich das erste Mal zu Gesicht bekommen würde.

Hochspannung.

Ich riss die Kleiderschranktür auf und suchte nach einem passenden Mantel, unter dem vielleicht meine Nacktheit nicht gleich erkennbar wäre, der mir aber trotzdem einen Hauch von Erotik lassen würde. Ich entschied mich für den Dekadentesten unter meinen Besitztümern, einen Plüschmantel im Leopardendruck. Erschrocken und gleichzeitig amüsiert sah ich mich im Spiegel an. Hilfe! Lieber Gott, lass bitte niemanden des Weges kommen, der mich kennt.

Jetzt gab es nichts mehr zu tun.

Ich hatte angezogen, was er mir aufgetragen hatte. Meine Tasche war gepackt. Ich war fertig. Viel zu früh.

Ich ließ mich auf die Couch fallen, rauchte. Drückte die Zigarette aus, bevor die Glut sie zur Hälfte heruntergebrannt hatte. Ich war jetzt in einem fast meditativen Zustand. Zum ersten Mal erlebte ich bewusst den Zustand der aktiven inneren Überwindung. Der Moment der Entscheidung. Diese Reise ins Ich, die ich bejahte mit dem Mut des Wahnsinns oder dem Wahnsinn der Mutigen.

Ich griff zum Telefon.

„Ich bin fertig.“ Meine Stimme klang gepresst.

Ich zitterte.

„Schon? Gut, dann gehst du jetzt zum Heineplatz. Vor dem Kaufhaus gibt es einen Chinaimbiss. Da kaufst du eine Chinapfanne. Und wenn du fertig bist, rufst du mich an. Hast du das verstanden?“

Ja, hatte ich. Auch wenn meine Nervosität gerade ein Stadium erreichte, dass es mir schwer machte, die Informationen zu verarbeiten.

Er bemerkte mein Zögern, meine Unsicherheit.

„Ab Marsch. Du weißt, was zu tun ist.“

Diese Stimme duldete keinen Widerspruch. Also lief ich los.

Im Fahrstuhl sah ich mich im Spiegel an. Du kannst immer noch umdrehen. Ein deutliches „Vergiss es“ grinste mir entgegen.

Ich lief zur U-Bahn, jetzt völlig konzentriert auf mein Handeln.

Blicke, die mich trafen, registrierte ich mit leichtem Unbehagen, aber ich lief meinen Weg völlig unbeirrt, in mich versunken, angetrieben von seinem Befehl und meinem Verlangen zu folgen.

Ich sah ihn überall. In jedem Mann, der auch nur annähernd auf die Beschreibung passte. Die Welt bestand plötzlich nur noch aus seinen Augen und jeder Schritt, jedes Lächeln von mir war bereits ein Schauspiel für ihn.

Den Chinaimbiss fand ich sehr schnell. Hier wurde es wirklich aufregend, denn natürlich vermutete ich ihn in der Nähe. Meine Augen flirteten heftig mit einem Kerl um die fünfzig, der mich verwundert ansah, während er in eine Bratwurst biss. Dann lächelte er breit, die fehlenden Schneidezähne präsentierend. Nein, nein das nun doch nicht, dachte ich.

Ich hatte nie in Erwägung gezogen, er könnte hässlich sein, fiel mir plötzlich ein. Egal, ich muss ihn nicht heiraten.

Ich kaufte die Chinapfanne, stopfte sie in meine Tasche und stellte mich etwas abseits. Noch einmal die Umstehenden musternd, aber niemand beachtete mich. Da müsste ich den Mantel schon ausziehen, dachte ich und wählte lachend seine Nummer.

„Was ist so lustig? Hm?“ fragte er gedehnt „Du bist ja bester Stimmung. Na, wenn das mal kein Fehler ist.“

Ich musste trotzdem lachen. Diese ganze Situation war so verrückt, dass ich ihr ins Gesicht lachen musste um nicht durchzudrehen.

„Du fährst jetzt zum Reichstag. Da holst du mir ein Prospekt für Touristen. Das bringst du mit. Danach fährst du zum U- Bahnhof Kaiserdamm.

Um 17:00h stehst du am Kaiserdamm, Ecke Rochlitzstraße. Dann sehen wir weiter.“

Ich schluckte, mein Kopf war irgendwie völlig leer. Ich hatte Mühe, die Informationen zu behalten. Katz und Maus, dachte ich. Der spielt mit mir tatsächlich Katz und Maus. Und ich spielte mit.

Die Sonne schien an diesem Tag im März. Ein kalter Wind wehte von Osten und kämpfte immer wieder mit dem Mantel, der unten aufzuspringen drohte. Die Gefahr mir dabei die Blase zu verkühlen war noch das geringere Risiko. Bitte, Gott lass die Verschlüsse halten!

Der Bus war voll. Im dichten Gedränge stand ich in der Nähe der Tür. In jeder Kurve, bei jedem Bremsen wurden Menschen an mich gedrückt. Mir war heiß. Mir war so heiß vor Aufregung und Scham, vor Vorfreude und Angst.

Ich war so aufgeregt, dass ich in den falschen Bus gestiegen war. Das stellte ich erst kurz vor dem Bahnhof Zoo fest. Hilfe, die Zeit würde knapp werden. Ich musste zum Reichstag, egal wie.

Am Zoo fand ich schnell den richtigen Bus, setzte mich hin und versuchte mich diesmal auf die Stationen zu konzentrieren. Als ich aufstand, hinterließ ich ein deutliches feuchtes Zeichen auf dem Sitz. Ich war entsetzt und entfloh im Ausstieg der Peinlichkeit.

Was passiert hier mit mir? Mein Körper reagierte bereits hemmungslos auf ihn, den ich nun wieder in der langen Schlange der vor dem Reichstag Wartenden vermutete.

Ich lief über den freien Platz, versuchte die Situation abzuschätzen.

Wo kriege ich dieses verdammte Prospekt her? Wenn ich mich anstellen würde, würde ich nie pünktlich am Kaiserdamm sein. So viel stand fest. Also musste die Frechheit siegen.

Nur mit Strümpfen, Stiefeln und diesem scheußlich nuttigen Mantel bekleidet, stieg ich die ehrwürdige Treppe nach oben. Mit erhobenen Kopf und dem Lächeln der Verzweifelten kam ich oben an. Ein älterer Herr hielt das begehrte Prospekt in den Händen. Ich fragte ihn, wo er es her hätte. Er zeigte nach unten. Am Fuße der Treppe gab es einen Informationsstand, den ich in meiner Aufregung völlig übersehen hatte. Auf stolzen Absätzen schritt ich nach unten und hielt in weniger als einer Minute das Objekt der Begierde in meinen Händen.

Ab in die Tasche damit zur Chinapfanne.

Ich hatte noch Zeit.

Ich setzte mich auf einen Mauervorsprung und beobachtete die Menschen. Überall suchte ich ihn. Ich saß da, lächelte und plötzlich wich alle Angst und Scheu von mir. Ein heftiges Kribbeln überkam mich, heftige Vorfreude, heftiges Verlangen … Ich fühlte mich ihm nah in dieser Minute. Ich gab meiner Sehnsucht endgültig nach und folgte ihr wie einer Bestimmung. Ich wollte ihn sehen, jetzt, hier, sofort. Was konnte so schlimm sein an etwas, das mir so heftige Lust verschaffte? Was sollte mich jetzt noch aufhalten können? Ich machte mich auf den Weg und fand mich kurz vor der verabredeten Zeit an vereinbarter Stelle wieder. Mein Herz klopfte bis in den Hals.

Nein, verdammt ich sah ihn nicht. Eine Weile trat ich unruhig von einem Bein auf´s andere. Was hätte ich jetzt für eine Zigarette gegeben.

Natürlich rauchte ich nicht. Das musste er mir nie sagen. Das war so selbstverständlich wie vieles das feststand von Anfang an.

Wo ist er? Ich griff nach meinem Handy, verkündete ich wäre da. Er fragte wo und behauptete plötzlich ich wäre falsch. Ein anderer Ausgang wäre der richtige. Katz und Maus klapperten die Absätze auf ihrem Weg die Treppe runter und wieder rauf. Ich stand am Straßenrand und wusste plötzlich ganz sicher, dass er in der Nähe ist. Ich fühlte seine Augen.

Wieder rief ich ihn an.

Er erklärte mir, ich solle Richtung Funkturm laufen. Links über den Parkplatz und dann einfach immer gerade aus. Bis zur AVUS — Raststätte, dort würde sein Mobil stehen. Dann solle ich mich auf die Toilette begeben und mich melden, wenn ich bereit wäre.

Mit einem breiten Grinsen in der Stimme murmelte er „Leopardenfrau“

Da war es geschehen um meine Beherrschung. Ich flog. Ich konnte nun endgültig keinen klaren Gedanken mehr fassen. In völliger Aufruhr machte ich mich auf den Weg.

Ich überquerte den benannten Parkplatz, bog dann aber nach rechts statt nach links. Mein Handy klingelte. Jetzt gar nicht mehr sanft, fragte er mich, ob ich ihn verarschen wolle. Ich würde in die falsche Richtung laufen.

Ich wusste jetzt, was ich wissen wollte. Er beobachtet mich und machte mich schleunigst daran, die Richtung zu ändern.

Die Straße war lang. Die Sonne ging unter und tauchte die Stadt in ein merkwürdiges Licht.

Ich selbst erreichte einen Zustand der merkwürdigen Ruhe. Ich lief einfach weiter, überließ mich dem Weg, meinen klackenden Schritten, meiner Gedankenmelodie und fühlte mich frei und groß und bereit. Ich musste mich nicht ins Schicksal ergeben. Das Schicksal ergab sich mir.

Auf dem Parkplatz angekommen, entdeckte ich sofort sein Reisemobil.

Wie beschrieben stand hinten auf dem Anhänger sein SMART. Natürlich blickte ich auf die Nummer. Aber allein die Tatsache, dass ich sie offen sehen konnte, war mir Sicherheit genug.

In der Raststätte ging ich sofort auf die Toilette, zog den Mantel aus, registrierte meine eigene Feuchtigkeit und dachte: Himmel, was machst du hier? In diesem weißgekachelten Raum mit sanfter Hintergrundmusik fühlte ich mich wie eine Außerirdische. Ich erkannte die mich umgebene Welt und konnte schon keinen Bezug mehr zu ihr herstellen. Ich war bereits in einer anderen. In unserer Welt, auch wenn mir das Unser nicht mal im Ansatz klar war.

Ich rief ihn an.

„Gut. Dann geh jetzt bitte auf die Herrentoilette. Da liegt was im Mülleimer, das dir bekannt sein wird. Damit gehst du zurück zum Mobil, öffnest die Tür, zwei Schritte nach rechts, einer nach links. Da darfst du es dir dann in bekannter Position zwei bequem machen und auf mich warten, mein kleiner Lustengel.“

Eine Liste mit den erwünschten Positionen hatte ich bereits Tage vorm Treffen per Mail erhalten und wunschgemäß auswendig gelernt.

Ich zog den Mantel wieder an. Jetzt wirklich nicht mehr denkend, lief ich wie fremd gesteuert die Treppen zum Männerklo hinunter. Todesmutig öffnete ich die Tür, stürzte zum Mülleimer unter dem Waschbecken und zog ein zerknittertes Reichstagsprospekt heraus. Da musste ich doch grinsen und dachte: Schöner Kater. Dein Spiel gefällt mir.

Wieder lief ich zurück über den Parkplatz, versuchte die Tür vom Mobil zu öffnen.

Mist, warum geht das nicht? Trotz Rütteln, sie blieb zu.

Wieder rief ich ihn an. Die Tür geht nicht auf.

„Du hast die Schlüssel vergessen auf dem Männerklo. Noch mal zurück, du kleine Schlampe. Und lass die Tasche stehen.“

Ein leichter Anflug von Widerspruchsgeist überkam mich. Aber das war wohl nicht die richtige Zeit dafür. Also tat ich, was er verlangte, obwohl ich vorher schon ahnte, dass ich wohl keine Schlüssel dort finden würde. Richtig. Stattdessen stand ich einem verwirrten Mann gegenüber, dem wohl nicht alle Tage eine merkwürdig bekleidete Dame auf dem Klo begegnet, die den Mülleimer durchsucht.

Ich machte, dass ich raus kam und lächelte entschuldigend.

Die Tür stand offen.

Als ich sie hinter mir zuzog, im Dunkeln stand und zum ersten Mal den Geruch seiner Welt atmete, war es vorbei mit meiner Ruhe. Ich tastete mich vor und fand an beschriebener Stelle eine weich gepolsterte Fläche auf Kniehöhe. Ich wagte nicht, den Mantel auszuziehen, obwohl es so warm war hier drin. Ich habe es einfach nicht fertig gebracht. Ich ging auf die Knie, legte den Kopf auf die Matratze und die Arme neben meinen Körper.

Mehr gab es für mich nicht zu tun.

Ich hörte mein Blut rauschen im Kopf. Ich atmete laut und schnell.

Erfüllt von diesen Geräuschen schaltete ich ab, sämtliche Kontrollzentren einfach ab. Obwohl meine Sinne geschärfter waren als jemals zuvor, war ich nicht mehr in der Lage irgendetwas anderes als meinen eigenen Herzschlag wahrzunehmen. Auf vegetative Funktionen beschränkt verlor ich jegliches Gefühl für Raum und Zeit. Ich fühlte nur mich.

Ich zuckte zusammen beim Geräusch, der sich öffnenden Tür.

Im Augenblick der Stille füllte sich der Raum mit ihm.

Mit seiner Stimme, die das erste war, dass ich direkt und real wahrnahm.

Eine Stimme, die mir bereits vertraut war und mir einen Teil meiner Anspannung nahm. Er hätte auch das „Heideröslein“ singen können. Nein, das tat er natürlich nicht.

„Naaa …“ fragte er gedehnt. „Mann, ist das warm hier drin. Aber du sollst ja auch nicht frieren, mein kleiner Engel. Gott, was ist das für ein brünstiger Geruch? Der ganze Raum riecht nach deiner Geilheit.“

Er stand hinter mir. Ich fühlte seine Hand, die mich suchte.

„Was ist das denn? Du hast ja den Mantel noch an. Ist dir so kalt?“

knurrte er mich an.

„Du hast nicht gesagt, dass ich ihn ausziehen soll.“ versuchte ich mich aus der Affäre zu ziehen.

„Ja, was dachtest du denn? Los aus mit dem Fummel. Die Frechheiten werden dir schon noch vergehen. Ich glaube, daran müssen wir arbeiten.

Oder?“

Ich sagte lieber nichts und beeilte mich aus dem Mantel zu kommen.

Nun wirklich nackt nahm ich meine Position wieder ein.

Seine Hand an meinem Arsch, wanderte erbarmungslos zwischen meine Beine. Ich kniff die Augen zusammen.

„ Mann, bist du nass. So eine kleine klitschnasse Fotze. Du versaust mir die Kissen, komm hoch!“

Er schob eine Folie unter mich, kramte hinter mir rum und stülpte mir eine Art Sack über den Kopf, sorgsam darauf bedacht, dass die Öffnung sich in der Höhe meines Mundes befand.

„Ich will dich doch schließlich bei Licht sehen, muss mir doch ansehen, was mir da ins Haus geschneit ist“

Es wurde hell.

Meine Nerven waren zum Zerreißen gespannt. Da traf mich plötzlich seine Hand. Das Klatschen des Schlages erfüllte den Raum. Ich zuckte zusammen unter dem Schmerz und der Demütigung.

Ich habe mich noch nie so nackt gefühlt. So ausgeliefert. Und ich schwöre bei Gott, ich war noch nie so geil.

Er schlug mich mit allem Möglichen. Außer dem Schmerz erkannte ich nichts. Wie auch, ich wurde zum ersten Mal von einem Mann geschlagen.

Seine Schläge begleitet er mit Worten, deren Inhalt ich nicht verstehen konnte. Ich erkannte nur ihre Botschaft: Demütigung.

Und ich fühlte perverse Lust an beidem und gleichzeitig Empörung für diese Lust.

Er befahl mir, mich umzudrehen und mich zu setzen.

Seine Finger kniffen in meine Brustwarzen. Ich heulte auf vor Schmerz und Abwehr. Ich versuchte sie, mit meinen Händen zu bedecken und nahm sie doch gleich wieder herunter. Ich wollte stark sein.

Ich hatte noch immer den Sack über dem Kopf. Er rückte ihn mir zurecht. Dann wurde seine Stimme leise, fast sanft.

„Du hast doch gesagt, du würdest alles nehmen, was ich dir in den Mund stopfe…“

Warum nur klang das so bedrohlich? Ich nickte. Das stimmte. Ich hatte es gesagt „Na, dann macht es dir sicher nichts aus, dass ich meinen Schwanz drei Tage nicht gewaschen habe.“ sagte er und steckte im gleichen Augenblick sein Teil durch die Öffnung direkt in meinen Mund.

Es stimmte. Dieser Schwanz, an dem ich sofort augenblicklich zu lutschen begann, war tatsächlich ungewaschen. Wäre es möglich gewesen, hätte ich wohl breit gegrinst.

Als ob mich so was nach all dem hier noch schocken könnte.

Ich legte meine Hände auf seine Hüften und saugte ihn tief in mich hinein, war ich doch froh, endlich meine Geilheit zu kompensieren und mehr als erfreut über seine. Ein leichter Klaps holte mich zurück.

„Ich hab nicht nur Schwanz. Schon mal was davon gehört, dass ein Mann auch Eier hat?“

Ja, hatte ich und ich beeilte mich seiner charmanten Bitte nachzukommen.

Eine Weile ließ er mich gewähren, dann zog er mir plötzlich den Sack vom Kopf.

Lächelnd sah ich von unten zu ihm auf. Er streichelte mein Gesicht, lächelte genauso. Unvorstellbar, dass aus so einem harmlos freundlichem Mund solche Sachen rauskommen.

Ein Moment der Stille. Dann sagte er mich immer noch zärtlich streichelnd: „Du siehst gut aus.“

„Du auch“ flüsterte ich. Das war nicht gelogen. Ich verliebte mich sofort in sein seebärenhaftes Äußeres. Seine Augen waren so lebendig, so intensiv, kristallklar und stechend blau, dass ich Aufhieb darin versinken mochte.

Doch, es hätte schlimmer kommen können.

Ich dachte an den Zahnlosen vom Heineplatz.

Eine Weile sahen wir uns einfach nur an. Ich fühlte die Anspannung von mir abfallen und fühlte erst jetzt, dass ich die ganze Zeit gezittert hatte. Es war ein glücklicher, harmonischer Augenblick.

Trotzdem wunderte es mich fast ein wenig, als er mich plötzlich nach oben zog. Seine Lippen meine suchten und seine Zunge zum ersten Mal meine fand. Ein intimer Kuss in einem sehr intimen Moment. Ich floss, ich schmolz, ich war Watte und Honig, süßes Verlangen, hemmungslose Lust.

Ich ließ mich fallen in seinen Arm und ahnte, das ist mein Himmelreich. Ich fühlte mich gehalten, geborgen, sicher und komplett. Ich hätte ewig so stehen können. Ewig an seine Brust gelehnt, seine Hand in meinem Haar. Ich fühlte die Tränen aufsteigen und schluckte tapfer daran.

Nein, das ging nicht. Nicht weinen. Ich wollte stark sein. Noch.

Mein Hintern fühlte sich merkwürdig an. Er war so heiß und brannte regelrecht. Vorsichtig strich ich darüber.

Er lachte und drehte mich um.

„Zeig mal. Ja, der ist schon schön rot. Und wie fühlt es sich an? Hast du es dir so vorgestellt?“

„Geil“ murmelte ich und „Nein, es ist besser, als ich es mir vorgestellt habe. Aber es tut weh.“

Da lachte er wieder und meinte: „Ja, so ist es, wenn die Träume laufen lernen. Und wehtun muss es, dann hast du länger was von. Du bist ein tapferes Mädchen. Sei stolz auf dich.“

Heimlich dachte ich: Um Gotteswillen, ich will doch gar nicht mehr tapfer sein. Ich habe doch solche Sehnsucht nach Schwäche.

Als könne er Gedanken lesen, lächelte er wissend und sagte einen seiner Lieblingssätze: „Wir werden sehen.“

Er kramte in seiner Küchenschublade und klemmte zwei schwarze Klammern an meine Brustwarzen. Starr vor Schmerz stand ich und blickte an mir herunter. Dieser Anblick erregte mich irgendwie ungemein.

Er zog sie ab und beobachtete wissend mein Gesicht. Schmerz, heftiger Schmerz durchfuhr mich.

„Du bist noch nicht fertig. Komm knie dich hin. Und den Arsch schön weit raus. Ich will doch auch was von haben. Mal sehen, wie tapfer mein Mädchen ist“

Er schlug mich mit einem Kochlöffel. Das tat höllisch weh. Er schlug mich mit einem Birkenstock, mit der Reitgerte die ich mitgebracht hatte, mit einem Birkenreisig, der so furchtbar piekte, dass ich sofort auf die Fersen ging.

„ Na, was soll das denn? Liegen bleiben hab ich gesagt. Komm den Kopf schön runter und raus mit dem Arsch.“

Er schob zwei Kissen unter mich und ich lag hilflos ausgeliefert gefangen in Lust und Schmerz. Er kramte in meiner Tasche und zog den Ponyschwanz raus.

„Was ist das denn? Damit soll ich dich doch hoffentlich nicht hauen?“

Nein, das hatte er wohl nicht vor. Stattdessen drang er mit dem Griff erbarmungslos in mein Hintertürchen und fickte mich, während seine Hand wissend meinen Kitzler fand.

Und so kam ich laut und unkontrolliert mitten auf einem Parkplatz zwischen parkenden Lastwagen unter der Hand eines Mannes, dessen Namen ich noch immer nicht kannte.

Die gesamte Anspannung der letzten Stunden löste sich in diesem Orgasmus. Meine Arme und Beine kribbelten wie eingeschlafen. Mein Kopf fühlte sich blutleer an. Die gesamte Menge meines Blutes befand sich deutlich spürbar zwei Etagen tiefer, wo seine Hand mich jetzt verließ.

Mit brennenden Augen drehte ich mich zu ihm um. Meine Hand fand seinen noch immer halb erigierten Schwanz und zum ersten Mal ging ich vor ihm auf die Knie.

Seinen Schwanz zwischen meinen Lippen haltend, bedauerte ich den Umstand, dass mein biologischer Zyklus mir einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Obwohl ich durch die hoch dosierte Einnahme der Pille versucht hatte, das zu verhindern, hatte meine Menstruation einen Tag vor dem Treffen eingesetzt.

Schade, schade. Aber das hinderte mich schließlich nicht daran, mich seinem besten Stück anderweitig zu widmen. Nach einer Weile murmelte er, während er sich zurückzog: „Ja, du bist nicht untalentiert. Das ist auf jeden Fall entwicklungsfähig. Komm, lass jetzt. Ich hab Hunger.“

Jetzt nahm ich auch endlich meine Umgebung wahr. Das Innere des Reisemobil, sehr beengt aber gemütlich. Das Bett, auf dem ich gerade gelegen hatte, baute er mit ein paar sicheren Handgriffen um zu einem Tisch und zwei Sitzbänken.

Ich entspannte mich. Die akute Gefahr schien vorüber. Ich hatte überlebt.

Aus meiner Tasche holte ich ein kurzes Shirt, das ich mir überzog.

Nicht ohne ihn vorher mit einem Blick um Erlaubnis zu bitten. Er nickte.

„Frauen frieren immer. Hier sind fast 25 Grad. Zieh doch deinen hübschen Mantel an. Sag mal aus welcher Kleiderkiste hast du den? Ich dachte, du kommst mit einem bodenlangen unauffälligem Teil an.“

Ich lachte und antwortete: „Ich dachte, das ist jetzt auch schon egal. Wenn schon, dann richtig.

Gefällt er dir nicht?“

„Doch, ist nur ziemlich… auffällig.“

„Du meinst nuttig“ Jetzt lachten wir beide.

Während er das Essen machte, setzte ich mich vorsichtig auf die Sitzbank. Er grinste und fragte süffisant: „Tut dir was weh?“

Statt eine Antwort zu geben, grinste ich zurück. Während wir aßen, erzählte ich ihm von meinen Erlebnissen auf dem Weg zu ihm, dass es so aufregend war, weil ich ihn natürlich überall vermutet hatte.

Er bemerkte, dass es ihn erstaunt hätte, wie bereitwillig ich auf die Herrentoilette gegangen wäre. Das würde nicht jede mitmachen.

„Na ja, es legt sich auch nicht jede nackt im Dunkeln in ein Reisemobil und lässt sich von einem Kerl den Hintern versohlen, dessen Gesicht sie noch nicht mal kennt.“

Ich erzählte ihm, welche Ängste ich in den letzten Tagen ausgestanden hatte und dass ich trotzdem so froh bin, dass es so und nicht anders war.

Er lächelte und sagte: „Das war doch deine Phantasie, oder? Ich hätte mich mit dir auch zum Kaffeetrinken treffen können. Aber du brauchst es schon ein bisschen spannender, hm?“

Das musste ich zugeben. Das war der Stoff aus dem die Träume sind.

Wir tranken Wein und irgendwann mitten im Gespräch sagte er: „Ach, bring doch mal den Müll raus!“

Es war inzwischen ein Uhr nachts, unschlüssig stand ich auf und nahm die Mülltüte.

„So?“ Ich sah an mir herunter. Ich trug noch immer nur Stiefel, Strümpfe und dieses kurze ärmellose Top. Unten rum stand ich praktisch im Freien. Ungläubig sah ich ihn an.

Als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt nickte er völlig unbeteiligt und meinte, was wäre dabei. Wer soll denn um diese Zeit noch da draußen unterwegs sein? „Mach schon.“

Ich holte tief Luft und tat, was er sagte. Wieder mal und wieder mal ohne Widerspruch.

Mit nacktem Hintern fand ich mich auf dem Parkplatz wieder. Die Nacht war empfindlich kalt und ich lief los zum nächsten Mülleimer.

Da: ein Auto. Es kam mir entgegen und ich stand in seinem Lichtkreis.

Ich lief einfach weiter und beeilte mich zum Mobil zurückzukommen.

Wieder im Warmen ließ ich mich provozierend auf den Sitz fallen. Ich strahlte ihn an.

„Und? War jemand da?“

Ich berichtete vom vorbeigefahrenen Auto, aber dass mir niemand etwas getan hätte.

„Das ist immer so. Das wirst du noch merken. Die Leute sind viel zu erschrocken, um zu reagieren“

Langsam wurde ich müde. Er sah mein Gähnen und beschloss, dass es Zeit wäre ins Bett zu gehen. Ich kletterte auf das Hochbett am Ende des Reisemobil und wartete voll Anspannung auf ihn. Das war nun wirklich intim. Er legte sich zu mir, nahm mich wie selbstverständlich in den Arm und schlief kurz darauf ein. Ich atmete seinen Geruch, lauschte seinen Atemzügen, genoss die Nähe seines Körpers, seine Wärme und war mir doch der Fremdheit bewusst. Diese Fremdheit war so vertraut, als hätte ich nie woanders gelegen. Das war so faszinierend, dass es fast bedrohlich wirkte. Was passiert hier mit mir? Wer ist dieser Fremde in meinem Arm? Irgendwann schlief ich ein, plötzlich geweckt von heftigen Hagel- und Regenschauern, die auf die durchsichtige Luke des Daches prasselten.

Die Wärme des Bettes erschien plötzlich doppelt behaglich. Ich fühlte mich sicher. Er war bei mir.

Als es hell war, begann ich seinen Schwanz zu reiben. Ich legte meinen Kopf auf seinen Bauch und beobachtete die Erektion, nahm ihn in den Mund und folgte meiner Lust, die statt der Sonne erwachte. Draußen regnete es immer noch.

Das Erste, was ich von ihm fühlte an diesem Morgen, war seine Hand an meinem Arsch. Er murmelte etwas davon, dass man bei diesem Wetter nichts anderes machen könne als im Bett zu bleiben. Das taten wir. Nachdem ich eine Weile erfolglos bemüht war, ihn zum Orgasmus zu bringen, nahm er seinen Schwanz in die Hand und masturbierte. Er bewegte seine Hand sehr heftig und schnell. Ich erkannte den herannahenden Orgasmus und senkte meinen Mund auf seinen Schwanz. Ich trank seinen Samen, fühlte zum ersten Mal seine bittere Süße, schluckte und leckte und genoss hingebungsvoll. Mit seinem kleiner werdenden Schwanz im Mund blieb mein Kopf auf seinem Schoß gebettet liegen. Er streichelte mein Haar. Hingabe.

Ich fühlte eine unglaubliche Nähe und dachte im gleichen Augenblick: Vorsicht. Hüte dein Herz! Den Rest des Tages verbrachten wir mit völlig normalen Dingen. Er machte uns Frühstück. Ich beobachtete ihn dabei. Ich habe es immer genossen, ihm zuzusehen, wenn er so alltägliche Dinge tat. Er machte es mit einer ihm eigenen Ernsthaftigkeit. Er hat mich immer fast liebevoll versorgt. Für mich gab es nicht mehr zu tun als dabei zu sitzen und ihn anzusehen.

Ich liebte es, mit ihm zu scherzen in solchen Augenblicken. Sie waren voll Leichtigkeit und Übermut.

Als ich den Tisch abräumte, beugte ich mich absichtlich tief um die Reste in den Müll zu werfen. Er verstand dieses Signal sofort und seine Hand klatschte auf meinen Hintern, ein liebevoller Klaps, der mir zeigte, was ich wissen wollte. Ja, hier ist jemand, der mich zu nehmen weiß.

Und ich schwöre bei Gott, ich wollte genommen werden.

Als es langsam dunkel wurde, nahte die Gewissheit, dass es langsam Zeit werden würde zu gehen. Schon damals erfasste mich eine eigenartige Wehmut. Ich wollte nicht weg. Ich wäre am liebsten geblieben.

„Was machen wir mit den 6 Strafpunkten? Hm?“

Ich versuchte verlegen zu lächeln und fragte: „Jetzt?“

„Ja, wann sonst. Das summiert sich sonst bei deinen Frechheiten. Und wir wollen dich doch nicht gleich am Anfang überfordern.“ Er sah mich wieder mit diesem wir — reden — doch — nur- über´s –Wetter — Blick an.

Ich fühlte mich hilflos und klein, zerrissen vom Wunsch davon zu laufen und dem Wunsch seine Härte und Konsequenz zu fühlen.

„Und womit willst du? Du kannst es dir aussuchen. Ich will mal nicht so sein.“

Ich blickte auf die Utensilien zwischen den Führerhaussitzen und konnte mich beim besten Willen nicht entscheiden. Das alles verstärkte nur mein Gefühl.

Unschlüssig nahm ich eine Haselnussrute in die Hand und sah ihn an.

„Gut, ich gehe jetzt mal ins Bad und du kniest dich schön hier auf den Sitz. Wie, muss ich dir nicht mehr erklären. Dann wollen wir mal sehen, wie mutig du bist.“

Er ging, ließ mich allein.

Er hat mich immer kurz vorher allein gelassen. Was ich zunächst für einen Zufall hielt, tat er bewusst. Er wusste, die Überwindung ist mein Part. Wartend zu knien, den nackten Hintern zu präsentieren signalisierte Bereitschaft.

Ich tat, was er sagte und wieder fühlte ich, wie alles andere in den Hintergrund verschwand. Jetzt gab es nur noch mich. Und eine Mischung aus Panik und Erwartung besetzte mich. Ich fühlte die Hingabe und die Hilflosigkeit, Scham und Stolz im gleichen Augenblick.

Er stand hinter mir.

Hochkonzentriert und gleichzeitig völlig entrückt folgte ich nur noch seinen Worten, dem Klang seiner Stimme. Mein einziger Halt im heran nahenden Fall.

„Du zählst schön mit und denk an das Codewort. Und komm, den Hintern schön raus. Ja so ist gut.“

Als der erste Schlag mich traf, rang ich nach Luft. „Eins“ ich hatte eine völlig fremde Stimme. Sie klang gepresst und kindlich, zeigte den Grad meiner Aufgelöstheit.

Die ersten fünf Schläge folgten sehr schnell, dann ließ er mich Luft holen, bevor er wieder ausholte und der Schmerz Besitz von mir nahm.

Ich zählte, darauf konzentriert mich nicht zu verzählen. Aber das war schwer. Mein Kopf war wie abgeschaltet. Ich war gefangen vom Schmerz und dem Gefühl, das dieser in mir auslöste. Ich fühlte Schmerz, Demütigung und gleichzeitig Lust. Eine ungeheure Lust, mich dem hinzugeben, Lust daran bestraft zu werden, Lust daran mich seiner Strenge zu unterwerfen.

Als es vorbei war, nahm er mich in den Arm, hielt mich an seine Brust gedrückt und sagte wieder, wie tapfer ich wäre.

Ich hätte am liebsten geweint, aber zu solcher Schwäche war ich noch nicht bereit. Ich wollte stark sein. Stark sein für ihn.

Er fuhr mich nach Hause und als wir uns trennten, musste keiner von uns sagen, es gibt ein Wiedersehen.

Wenn es je einen Zweifel daran gegeben hat, dann hat ihn keiner von uns bemerkt.

Ich war längst auf dem Weg und er hatte längst beschlossen, mir dieses Tor zu öffnen.

Wen wundert es, dass ich ihn meinen Herrn nannte.

Ja, Herr es gibt Tage, die ein Leben in eine Richtung bringen.

Dieser Tag im März war einer davon.

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Diese BDSM Geschichte wurde von laisvonkorinth veröffentlicht.

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